Das Leben meiner Tochter

„Das Leben meiner Tochter“, Roman, 128 Seiten, erhältlich als eBook und Taschenbuch

 

Das Leben meiner Tochter

Kurzbeschreibung „Das Leben meiner Tochter“

Wie weit würdest DU gehen, um das Leben deines Kindes zu retten?

Micha Fabers 8-jährige Tochter ist schwer erkrankt und benötigt so schnell wie möglich ein Spenderherz. Als nach einem ganzen Jahr Wartezeit jedoch immer noch keines für sie gefunden ist, ihr Gesundheitszustand aber immer schlechter wird, beschließt der verzweifelte Vater, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und das Herz auf illegalem Weg zu besorgen …

„Das Leben meiner Tochter“ ist ein emotionaler Kurzroman über Organspende und -handel, der bis zum Schluss fesselt.

 

 

 

Lesermeinungen zu „Das Leben meiner Tochter“

„Die Handlung ist emotional, mitreißend und einfach spannend. Man kann sich der Sogwirkung des Buches nur schwer entziehen.“ (Lines Bücherwelt)

„Ein packendes, emotionales Buch, welches zwar schnell gelesen ist, aber noch lange nachwirkt.“ (5-Sterne-Bewertung auf lovelybooks)

„Ein emotional aufwühlendes und intelligentes Buch, das Denkanstöße gibt und durchaus von der Kürze seiner Seitenzahl profitiert.“ (5-Sterne-Bewertung auf lovelybooks)

 

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Leseprobe „Das Leben meiner Tochter“

 

Es war als wäre mir selbst das Herz stehengeblieben. Dabei war es noch viel schlimmer.
Es war das Herz meiner Tochter.

Ein Bild, das mir für immer in Erinnerung bleiben wird: Es ist früher Morgen. Ich knie
kaum bekleidet auf dem Holzfußboden unserer Ferienunterkunft, einer Berghütte in den
Allgäuer Alpen. Neben mir meine Frau Natalie und in meinen Armen unsere
8-jährige Tochter Jana. Leblos und blass.
Meine Frau sucht nach ihrem Puls, findet ihn nicht. Ich suche nach ihrem Puls und finde
ihn ebenfalls nicht. Wir werden panisch. Natalie schlägt Jana auf die Wangen.
»Jana! Hörst du mich? JANA!«
Sie sucht abermals nach dem Puls und blickt mich währenddessen immer wieder
ängstlich an.
»Ich fühle nichts! Ihr Herz schlägt nicht mehr! Oh Gott! Oh Gott, oh Gott!«
»Wir müssen reanimieren«, sage ich reflexartig.
»Wie geht das gleich nochmal?«, fragt Natalie sofort, dabei hatte ich so sehr gehofft,
dass wenigstens sie noch genau weiß, wie so etwas geht. Mein letzter Erste-Hilfe-Kurs
war vor über einem Jahrzehnt.
»Wir legen sie auf den Boden, ich mach‘ die Herzdruckmassage, du die Beatmung«,
improvisiere ich.
»Ok.«
Ich lege Janas leblosen Körper ganz vorsichtig ab und stütze ihren Kopf.
»Wie ist das Verhältnis?«, will Natalie wissen.
»Welches Verhältnis?«
»Wie oft muss ich massieren und wie oft du beatmen?«
»Keine Ahnung.«
Verdammt, ich habe wirklich keine Ahnung. Meine Tochter liegt leblos vor mir und ich weiß
nicht, was ich tun muss, um ihr zu helfen.
»Ich fang‘ jetzt einfach an«, kommt es aus meinem Mund. Ich atme tief durch und beginne
mit der Herzdruckmassage.
»1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15. Ok, jetzt du. Drei Mal würde ich sagen.«
Natalie macht das ohne zu zögern. Zärtlich, aber effizient. Janas Brustkorb wölbt sich bei
jedem Luftstoß. Danach bin ich wieder an der Reihe.
»1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15.«
Wieder Natalie, dann wieder ich.
»1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15. … Fühl nochmal ihren Puls.«
Natalie sucht mit dem Finger die richtige Stelle. Sucht und sucht. Endlose Sekunden
vergehen, bis ihr Finger schließlich zur Ruhe kommt. Natalie blickt mich hilflos an.
»Nichts.«
Ich blicke mindestens ebenso hilflos zurück. Wir sind gerade dabei unser einziges Kind
zu verlieren.

Zwei Tage zuvor bin ich noch mit Thomas, meinem Co-Geschäftsführer, in unserer Firma,
die den schönen Namen Code Caruso trägt. Ich bin ein bisschen stolz auf den Namen,
denn er vereint für mich das, was mir an meiner Arbeit wichtig ist: Virtuosität und
Perfektion! Thomas wollte die Firma allen Ernstes Programmierstube nennen!
Programmierstube!
Geht’s noch?! Zum Glück konnte ich mich durchsetzen.

Jetzt steht Thomas hinter einer Videokamera, trägt wie immer einen perfekt sitzenden
Anzug und sieht wie aus dem Ei gepellt aus. Die Kamera ist auf mich gerichtet. Als er sie
einschaltet, erscheint auf dem Monitor neben mir mein Bild und ich erschrecke kurz. Ich
sehe aus, als wäre ich eben erst aus dem Bett gezerrt worden. Was aber nicht zutrifft,
denn ich sehe immer so aus.
»Können wir loslegen?« fragt Thomas ungeduldig, während ich mir noch den Rest meines
Blaubeer-Joghurts in den Mund schaufle.
»Wir können!«
»Dann leg los. Kamera läuft«, sagt Thomas ganz Oberspielleiter, »und bitte.«
»Hallo, ich bin Micha Faber, Programmierer und einer der beiden Geschäftsführer von
Code Caruso. Unsere Firma ist auf die intelligente Auswertung großer Informationsmengen
spezialisiert. Wir liefern Datenfusionssysteme für Unternehmen aus
den unterschiedlichsten Branchen und sind damit sehr erfolgreich. Mithilfe von Big Data
können wir mittlerweile nahezu jedes Problem greifbar, kalkulierbar und letztendlich lösbar
machen. Zudem können wir exakte Vorhersagen über die Zukunft treffen und damit
Probleme bereits vor ihrem Entstehen verhindern. Es ist nur eine Frage der Datenmenge,
der Rechenkapazität und der Phantasie. Kurz gesagt: Unsere Firma Code Caruso kann diese
immer komplexer und unsicherer werdende Welt besser, schöner und lebenswerter
machen.«
Stille. Dann: Weitere Stille. Thomas nestelt an seinen Hemdsärmeln herum.
»Und? Wie war ich?«, frage ich kokettierend, aber insgeheim doch ehrlich interessiert.
»Hm. Ja, doch.«
»›Dynamisch‹, oder?«
»Ja. Lass uns nach dem Urlaub weiter machen. … Vielleicht bestellen wir ja doch lieber
’nen Animationsfilm oder so für unsere Website …«
Er und ich. Ein Dreamteam.
»Der Thomas, der versteht was von Mitarbeitermotivation.«

Am nächsten Morgen sind wir schon früh auf der Autobahn. Ich bin stolzer Besitzer eines
tannengrünen Mercedes Strich-Acht. Baujahr 74. Höchstgeschwindigkeit immerhin
125 km/h. Dementsprechend gemächlich geht es in Richtung Berge.

Natalie hängt neben mir ihren Gedanken nach. Jana blickt hinten verträumt nach draußen.
Sie hat ein buntes Tuch ins Fenster geklemmt, das nun im Fahrtwind flattert. Seit Tagen
wirkt sie ein bisschen blass, ist aber wissbegierig wie eh und je.
»Habt ihr euch eigentlich auch im Internet kennengelernt, so wie die Eltern von Maria?«
»Nee, dein Vater hat mich ganz analog in der Mensa angesprochen.«
»Und was hat er gesagt?«
»Ob wir mal was trinken gehen wollen.«
»Und was hast du gesagt?«
»Ich hab‘ nein gesagt.«
»Warum?«
»Weil er gar nichts trinken wollte, sondern nur bumsen.«
»Hallo!«, greife ich ein, »es sind Minderjährige an Bord!«
»Ich kenn‘ mich damit schon aus«, beschwichtigt Jana, »bumsen sagt man aber nicht mehr.«
»Sondern?«, fragt Natalie neugierig, wohlwissend, wie sehr sie mich damit ärgert. Denn sie
ist der felsenfesten Überzeugung, ich wäre prüde. Dem ist natürlich nicht so.
»Können wir vielleicht jetzt das Thema wechseln?«, schlage ich dennoch vor. Doch mein
Ansinnen wird erwartungsgemäß ignoriert.
»Bei uns in der Schule heißt es ›ablaichen‹.«
Natalie und ich verziehen das Gesicht.
»Auweia.«
Wenigstens da sind wir uns einig.
»Oder ›durchflöten‹, … ›einparken‹ ..«, macht Jana fröhlich weiter.
»Gut jetzt!«, sage ich bestimmt.
»Wir wechseln die Schule.«
»Auf jeden Fall«, pflichte ich Natalie bei und lächle sie an. Dann sehe ich über den
Rückspiegel wie Jana sich plötzlich mit verkrampftem Gesicht den Bauch hält.
»Mir ist schlecht.«
»O-ke. Dann halten wir wohl besser mal.«
Natalie zeigt auf ein vorbeiziehendes Schild.
»Da hinten ist ein Rastplatz.«

Den Parkplatz erreichen wir gerade noch rechtzeitig. Kaum habe ich den Wagen zum Stehen
gebracht, stürzt Jana hinaus und übergibt sich in den nächsten Mülleimer. Wir eilen zu ihr,
bringen Wasser und Taschentücher.

Minuten später sitzt sie wieder im Auto, ist bleich, erschöpft, aber deutlich entspannter und
wir mit ihr.
»Hast du vielleicht was Schlechtes gegessen? Dir wird doch sonst nie übel beim
Autofahren«, fragt Natalie mütterlich.
»Weiß nicht.«
»Oder sie hat die Grippe von vor zwei Wochen doch nicht ganz auskuriert«, überlege ich.
»Möglich. Geht’s vorerst wieder?«
Jana nickt tapfer.

 

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